future-Newsletter November 2010

07.11.2010

Bundesregierung beschließt "Aktionsplan CSR"

Gesellschaftliche Verantwortung in Unternehmen und öffentlicher Verantwortung besser zu verankern, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verstärkt für Corporate Social Responsibility (CSR) zu gewinnen und die Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit von CSR zu erhöhen, das ist das Ziel des Aktionsplans CSR, den das Kabinett am 6. Oktober zusammen mit einer Nationalen Engagementstrategie verabschiedet hat. Unter den Maßnahmen ist auch ein Beratungs- und Coachingprogramm für KMU.

CSR, das ist für die Bundesregierung "verantwortliches unternehmerisches Handeln im eigenen Kerngeschäft". Leitplanken sind ihr die OECD-Leitsätze, die dreigliedrige Grundsatzerklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie die zehn Prinzipien des UN Global Compact. Der "Aktionsplan CSR" stützt sich auf die Empfehlungen des Nationalen CSR-Forums, das die Bundesregierung bei ihrer Politik für gesellschaftliche Unternehmensverantwortung berät und begleitet. Damit ist der Aktionsplan der Startschuss für eine strategische Allianz zur Stärkung der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen in Deutschland. Vorbereitet wurde er vom CSR-Forum, dem 44 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaft angehören. Das Forum berät das Bundesministerium für Arbeit und Soziales seit Anfang 2009 bei der Entwicklung einer Nationalen CSR-Strategie. Um die KMU mit CSR vertrauter zu machen, wollen BMAS und Europäischer Sozialfonds (ESF) passgenaue Hilfestellungen für KMU bieten, damit diese CSR in ihr Geschäftskonzept verankern.

Vorgesehen ist dafür auch eine fachliche Begleitung durch Beratungseinrichtungen sowie einer zentralen Informations- und Anlaufstelle. Das Angebot für Informationsvermittlung und -austausch soll zudem über Elemente des E-Learning erfolgen, um den Inhaberinnen und Inhabern von KMU eine terminunabhängige Lernform zu ermöglichen, z.B. durch internetgestützte Checklisten. Runde Tische und Netzwerke sollen die regionalen und nationalen Informations- und Erfahrungsaustausch fördern. KMU, die an einem Engagement in Entwicklungs- und Schwellenländer interessiert sind , sollen besser unterstützt werden. Vorgesehen ist die Vergabe eines neuen CSR-Preises der Bundesregierung, bestehende

öffentliche Preise und Ehrungen mit CSR-Bezug wie der Sonderpreis ?Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit? des Rates für Nachhaltige Entwicklung oder das future/IÖW-Ranking der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen werden weiter unterstützt. Kleinstunternehmen sollen verstärkt durch den Mikrokreditfonds gefördert werden (siehe Meldung GLS Bank in diesem Newsletter). Öffentliche Ausschreibungen und Beschaffungen sollen "in geeigneten Fällen" stärker an ökologischen und sozialen Aspekte ausgerichtet werden, die Bundesministerien sollen eigene CSR-Berichte erstellen. Generell gilt für den CSR-Aktionsplan: keine gesetzlichen Regeln, keine Zertifizierung.

Das Beratungs- und Coachingprogramm für KMU soll mit 20 Millionen Euro ausgestattet sein. Unternehmen können sich direkt bewerben, mehr zum Aktionsplan unter:

www.csr-in-deutschland.de/portal/generator/15046/2010__10__06__csr__