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< Erster Recyclingpapier-Report erschienen
10.04.2015 14:47 Alter: 4 yrs
Kategorie: Verantwortliche Unternehmensführung, 2-2015

Umweltbewusstsein 2014: Hohe Nachfrage nach grünen Produkten

Immer mehr Menschen sehen den Umwelt- und Klimaschutz als Teil der Lösung zur Wahrung des Wohlstands, so hat es die aktuelle Studie zum Umweltbewusstsein der Deutschen von Bundes-umweltministerium und Umweltbundesamt (UBA) festgestellt.


Fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) geben an, dass sie den Umwelt- und Klimaschutz für eine grundlegende Bedingung zur Bewältigung von Zukunftsaufgaben wie beispielsweise die Globalisierung halten. 2012 taten dies nur 40 Prozent. Knapp die Hälfte aller Befragten hält Umwelt- und Klimaschutz zudem für eine grundlegende Voraussetzung, um den Wohlstand zu sichern (56 Prozent), die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu erhalten (48 Prozent) und Arbeitsplätze zu schaffen (46 Prozent).

Konsum wird grüner

Offensichtlich richten die Deutschen ihren Konsum in einigen Bereichen auch zunehmend am Umweltschutz aus. So gibt knapp die Hälfte der Befragten an, dass sie beim Kauf von Haushaltsgeräten beziehungsweise Leuchtmitteln immer zu energieeffizienten Alternativen greifen. Ein weiteres Viertel tut dies sehr häufig.
Dazu sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: ?Die Nachfrage nach grünen Produkten ist groß, der Wille zum Umstieg auf umweltfreundliche Alternativen weit verbreitet. 43 Prozent der Befragten etwa kaufen häufig umweltschonende Reinigungsmittel, 39 Prozent haben schon einmal Ökostrom bezogen und rund ein Fünftel setzt beim Einkauf häufig auf Bio-Lebensmittel.? Das Interesse an Öko-Produkten sei aber unterschiedlich ausgeprägt: Öko-Textilien kauften derzeit nur 10 Prozent der Befragten häufig. ?Bei umweltfreundlich hergestellter Kleidung stimmt schlicht das Angebot der Hersteller noch nicht. Biobaumwolle hat derzeit einen Anteil von unter ein Prozent am gesamten Baumwollmarkt. Hier müssen die Hersteller nachlegen, dann steigt auch die Nachfrage?, so Krautzberger.

Sorgenkind Lärm

Ein wichtiges Gesundheitsproblem ist laut Studie der Lärm, insbesondere der durch den Straßenverkehr verursachte. Zwei Drittel der Befragten fühlen sich von Lärm mittelmäßig oder etwas gestört. Jede oder jeder Zehnte meint gar, Lärm belästige sie oder ihn stark oder äußerst stark. ?Wir wissen seit langem, dass Lärm nicht nur nervt, sondern Ausmaße erreicht, die krank machen können?, stellte Maria Krautzberger dazu fest.

82 Prozent der Befragten sind dafür, Städte und Gemeinden gezielt so umzugestalten, dass man kaum noch auf ein Auto angewiesen ist. Bei jungen Menschen (14- bis 17-Jährige) sind sogar 92 Prozent für diese Umgestaltung. Eine hohe Zustimmung gibt es für neue Mobilitätskonzepte in den Städten. Auch steigt die Bereitschaft, alternative Angebote wie Carsharing zu nutzen. Ein Carsharing-Fahrzeug kann fünf normale Fahrzeuge ersetzen. Die gemeinsame Autonutzung hat daher das Potenzial, sich zu einem wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Ressourceneffizienz zu entwickeln.

Ökologische und soziale Verträglichkeit

Das Ergebnis der Studie bewertete Bundesumweltministerin Barbara Hendricks als ?Gestaltungsauftrag der Bevölkerung an die Umweltpolitik. Früher haben viele gedacht, Umweltschutz und Wirtschaftskraft würden sich widersprechen. Heute weiß man: Das Gegenteil ist richtig. Gutes Leben und Umweltschutz gehören zusammen.? Die nächste große Aufgabe für den Umweltschutz müsse sein, auch als soziale Triebfeder wahrgenommen zu werden. Hier zeige die Studie Nachholbedarf. ?Eine soziale Umweltpolitik, die auf Energieeffizienz setzt, auf öffentlichen Nahverkehr, mehr Grün in der Stadt und eine lebenswerte Gestaltung unserer Siedlungen, ist gut für die Umwelt, aber auch gut für Gesundheit und Lebensqualität der Menschen,? so Hendricks.

Gruppe der Befragten erweitert

Die Repräsentativumfrage zum Umweltbewusstsein in Deutschland wird seit 1996 alle zwei Jahre durchgeführt. Erstmals wurde in diesem Jahr die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren befragt (in den Vorgängerstudien ab 18). Diese Studie wurde als Online-Befragung im Zeitraum vom 8. Juli bis 6. August 2014 mit 2117 Personen durchgeführt.