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28.09.2012 11:47 Alter: 5 yrs
Kategorie: Ökologische Verantwortung, September2012

Energie-Effizienz: Ausgezeichnete Konzepte und ungenutzte Potenziale

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) hat jetzt in Berlin den Energy Efficiency Award 2012 an drei Unternehmen für beispielhafte Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz verliehen. In einer neuen Untersuchung verweist sie zudem auf ungenutzte Potenziale für sparsamen Energieeinsatz.


Den ersten Platz belegt HARTING, ein Hersteller von Verbindungstechnik, der für seine ganzheitliche Unternehmensstrategie zur systematischen Senkung des Energieverbrauchs geehrt wird. Der zweite Preis geht an das Einzelhandelsunternehmen famila-Handelsmarkt Kiel für den Bau eines energieeffizienten Einkaufszentrums. Der Messtechnikanbieter Endress+Hauser Conducta erhält den dritten Preis für die konsequente energetische Optimierung seiner Unternehmenszentrale in Gerlingen. Der Award ist mit insgesamt 30 000 Euro dotiert. Die dena vergibt ihn seit 2007 im Rahmen ihrer Kampagne Initiative EnergieEffizienz, die von den Premium-Partnern DZ BANK AG, Imtech Deutschland GmbH & Co. KG und Siemens AG unterstützt wird. Schirmherr des Wettbewerbs ist Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler.

Ausgezeichnetes Energiemanagement

Als eines der ersten Unternehmen in Deutschland führte die HARTING KGaA vor mehr als zehn Jahren ein Energiemanagement ein, um sämtliche energieverbrauchenden Anlagen kontinuierlich zu analysieren und zu optimieren. Dank einer Vielzahl von Energieeffizienzmaßnahmen wie beispielsweise der Runderneuerung der Wärmeversorgung konnte das weltweit tätige Unternehmen, dessen Zentrale im niedersächsischen Espelkamp angesiedelt ist, systematisch hohe Einsparpotenziale realisieren. Insgesamt senkte HARTING seinen Energieverbrauch um rund 3,3 Millionen Kilowattstunden und seine Energiekosten um rund 327 000 Euro pro Jahr.

Die famila-Handelsmarkt Kiel GmbH & Co. KG erbaute in Kiel-Wik ein energieeffizientes Einkaufszentrum, das rund 50 Prozent weniger Energie verbraucht als ein vergleichbarer Neubau mit gängigen Technologien. Beispielsweise wird die Abwärme der Kälteanlage genutzt, sodass auf eine konventionelle Heizung verzichtet werden kann. In der Summe spart man pro Jahr rund 1,9 Millionen Kilowattstunden Energie und somit 210 000 Euro an Kosten.

Zur Erweiterung des Firmenhauptsitzes hat die Endress+Hauser Conducta GmbH+Co. KG einen energieeffizienten Gebäudekomplex für Produktionsstätten, Büros, Labors und ein Besucherzentrum errichtet. Durch umfassende Energieeffizienzmaßnahmen wurde der Energieverbrauch für Heizung, Lüftung, Klimatisierung, Beleuchtung, Informationstechnik und Transport deutlich reduziert. Pro Jahr spart das Unternehmen rund 5,9 Millionen Kilowattstunden Energie, was einem Geldbetrag von 717 000 Euro entspricht.

Effizienzpotenziale noch nicht ausgeschöpft

Nach einer aktuellen Studie der dena sind die Potenziale für die Steigerung der Energieeffizienz in der Deutschland längst nicht ausgeschöpft. Allein die deutsche Industrie könnte laut Szenario ?Energiewende? im Jahr 2020 4,4 Milliarden Euro Energiekosten einsparen, was 11 Prozent ihres heutigen Energieverbrauchs entsprechen würde. Insbesondere Maßnahmen im Bereich der Prozesswärme sowie die systemische Optimierung Strom verbrauchender Querschnittstechnologien wie Druckluft-, Pumpen- und Lüftungssystemen bergen erhebliches Verbesserungspotenzial. Darüber hinaus könnten auch der Dienstleistungssektor und die öffentliche Hand in diesem Zeithorizont 11 Milliarden Euro Energiekosten einsparen. Damit würde ihr Endenergieverbrauch um 17 Prozent gesenkt. Wichtig für die Zielerreichung in diesem Segment ist laut dena: die Forcierung der energetischen Sanierung von Nichtwohngebäuden, hochenergieeffiziente Neubauten und Investitionen in energieeffiziente Beleuchtung und Gebäudetechnik sowie ein besseres Energiemanagement.

Weitere Informationen: www.stromeffizienz.de