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02.02.2013 17:39 Alter: 5 yrs
Kategorie: 1-2013, Verantwortliche Unternehmensführung

GLS Bank gewinnt weiter

"Nachhaltigkeit ist ein gutes Geschäft", sagt Vorstandssprecher Thomas Jorberg und Gewinner des future award 2009 zur Bilanz der ethisch-ökologischen Genossenschaftsbank GLS, die im letzten Jahr über 20 Prozent gewachsen ist.


20 Prozent Wachstum in der Summe, 23 Prozent mehr Kunden, 26 Prozent mehr Einlagen. Das sind die Eckdaten der Bilanz der GLS Bank. 2009 empfing Vorstandssprecher Thomas Jorberg den future award für die Bank. Inzwischen kann die GLS Bank mit weit promininenteren Preisen werben: "Deutschlands Nachhaltigstes Unternehmen ist eine Bank" heißt es jetzt in Anzeigen nach dem Erhalt des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2012. Dazu gibt es ein weiteres werbewirksames Label: zum dritten Mal in Folge wurde die GLS Bank von Börse Online und dem Nachrichtensender NTV zur Bank des Jahres gekürt.

 

"23 Prozent mehr Kunden 2012, 2250 Neue pro Monat, sind ein überproportionaler Zuwachs", berichtet Thomas Jorberg stolz. Das Geschäftsguthaben der Bank verdreifachte sich von Ende 2011 bis 2012 auf 100 Millionen Euro. Das gesamte Eigenkapital inklusive Rücklagen stieg auf 160 Millionen Euro. Damit sei die Bank gut aufgestellt für Basel III, freut sich Jorberg. Mit Basel III müssen die Banken höhere Eigenkapitalquoten nachweisen.

 

Ende 2012 standen bei der GLS Bank 2,7 Milliarden Euro in der Bilanz, 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Neu zur Bank kamen 27.000 Menschen, ein Plus von 23 Prozent, insgesamt hat die GLS nun 143.000 Kunden. Die Kundeneinlagen stiegen um 20 Prozent auf 2,35 Milliarden Euro. Das Kreditvolumen kletterte sogar um 26 Prozent. Damit finanzierte die Bank Projekte im Wert von 543 Millionen Euro.

 

Weil die Einlagen der Kunden und Mitglieder höher als die Ausgaben waren, ist auch die Nicht-Bankenquote mit sieben Prozent gering. "Wir brauchen keine zusätzliche Refinanzierung aus dem Bankensektor. Weil uns nicht am Finanzmarkt beteiligen, kommen die Leute zu uns", sagt Vorstand Andreas Neukirch. Den Gewinn von knapp 2,5 Millionen Euro schüttet die Bank erstmals in diesem Jahr als Dividende von drei Prozent an die Genossinnen und Genossen aus.

 

Das Prinzip, dass Kunden und Mitglieder die ökologische-soziale Realwirtschaft fördern und mit einem ökonomisch bescheidenen Gewinn zufrieden sind, praktizieren in Deutschland inzwischen vier Banken. Weltweit haben sich 21 in der Global Alliance for Banking on Values (GABV) zusammen geschlossen. Sie und Interessierte lädt die GLS Bank am 14. März nach Berlin zur Konferenz "Wertewandel im Bankensektor" ein, wo auch Otto Scharmer vom MIT über seinen Entwurf des Kapitalismus 4.0 und Thomas Sedlacek sprechen werden.

 

Jorberg will dort diskutieren, warum "Too big to fail" immer noch "Too big" ist, warum eine Bankenunion für alle das systemische Risiko noch potenziert und wie man Rohstoffderivate, Hochfrequenzhandel (die Mindesthaltedauer beträgt gerade mal eine halbe Sekunde) und andere abstrakte Produkte bändigen kann. "Wir müssen vielmehr über ein positives Zukunkftsbild des Finanzmarkts diskutieren: dezentral, werteorientiert und transparent. Die Frage muss immer sein, welche realwirtschaftlichen Auswirkungen die Bankenaktivität hat."