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< Anreize für Umweltmanagement in Unternehmen verstärken
25.02.2015 09:11 Alter: 2 yrs
Kategorie: 1-2015, Ökologische Verantwortung

Energieaudits werden für große Unternehmen Pflicht

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine Verpflichtung großer Unternehmen zur Durchführung von Energieaudits in regelmäßigen Abständen vorsieht.


Der Entwurf eines Gesetzes zur Teilumsetzung der Energieeffizienzrichtlinie und zur Verschiebung des Außerkrafttretens des Paragrafen 47g Absatz 2 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (Bundestagsdrucksachen: 18/3373, 18/3788) sieht die Pflicht zur Durchführung dieser Energieaudits vor. Damit soll ein gemeinsamer Rahmen für Maßnahmen zur Förderung von Energieeffizienz in der EU geschaffen werden. Ziel ist es, die Energieeffizienz in der EU bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu steigern.

Anläßlich einer Expertenanhörung des Bundestags zu dem Gesetzentwurf forderte der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), dass bei verbundenen Unternehmen Gesamtaudits ermöglicht werden, um die Kosten senken zu können. Andernfalls müssten große Unternehmen mit vielen verbundenen Tochterunternehmen für jedes Unternehmen ein separates Audit erstellen. Außerdem wurde der Zeitrahmen kritisiert, in dem die Audits durchzuführen seien. Der BDI bezeichnete es als nicht möglich, bis zum 5. Dezember alle Audits abzuschließen. Es müsse dafür gesorgt werden, dass es ausreiche, wenn mit der Durchführung der Energieaudits bis zum 5. Dezember begonnen werde.

Auch der Handelsverband Deutschland warnte davor, an jedem Standort eines Unternehmens Energieaudits durchführen zu lassen. Bei einer Auditierungspflicht für alle Filialen würde dies für ein Unternehmen mit 1000 Filialen zu Mehrkosten von 11,2 Millionen Euro führen.

Dagegen begrüßten Prof. Dr. Marc Ringel (Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtlingen-Geislingen) und die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) die Pflicht großer Unternehmen zur Durchführung regelmäßiger Audits, weil damit ein Beitrag geleistet werden könne, die weiterhin beträchtlichen Energieeinsparpotenziale in der Industrie und im Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen zu erschließen.

Dem Forum Ökologische Marktwirtschaft (FÖS) ging der Gesetzentwurf noch nicht weit genug. Seine Vertreterin Swantje Küchler forderte die Einbeziehung energieintensiver, mittelgroßer Unternehmen in das Gesetz. Außerdem müsse die Qualität der Energieaudits und die Qualifikation der Auditoren sichergestellt werden.