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01.02.2016 16:48 Alter: 3 yrs
Kategorie: 5-2015, Verantwortliche Unternehmensführung

Nachhaltiger Versandhändler memo wird 25

Noch ein nachhaltiger Jubilar: Die memo AG, bekannt als ökologisch-sozialer Handel für Büroartikel und -möbel wurde vor 25 Jahren gegründet und druckt auch im Zeitalter von Online-Shops Kataloge ? die jedoch tragen immerhin den Blauen Engel. [Update 8.2.2016]


25 Jahre memo

future wird in diesem Jahr 30, memo, future-Mitgliedsunternehmen, auch schon 25. Es begann 1989. Jürgen Schmidt, Mitbegründer der memo AG, organisierte bereits während seiner Gymnasialzeit Sammelbestellungen für Schulartikel und Papeteriewaren aus "Umweltschutzpapier" und belieferte später Bio- und Schreibwarenläden in Nordbayern mit ökologischen Recycling-, Schul- und Papeterieartikeln. Zusammen mit Ulrike Wolf, Helmut Kraiß und Thomas Wolf, die noch heute im Vorstand des Unternehmens tätig sind, gründete er eine GmbH. Die Idee: Ein Versandhandel für gewerbliche Kunden mit einem Komplettsortiment an umweltverträglichen Büroartikeln und Schreibwaren, die nicht teurer als konventionelle Produkte sind.

Anlässlich des Jubiläums eine kurze Geschichte des Unternehmens in Katalogen und future-Bezügen: Ein Jahr nach der Gründung erscheint der erste 40-seitige Katalog, im Jahr danach schon mit doppelter Seitenzahl. 1993 kommt der erste Werbemittelkatalog hinzu, 1996 der erste Möbelkatalog. Zwei Jahre später nutzt memo auch das Internet, das gesamte Sortiment ist im Online-Shop zu haben ? als erstes Unternehmen seiner Branche. 2002 fasst ein 600-seitiger Gesamtkatalog das Lieferprogramm zusammen, ab 2007 werden die Kataloge klimaneutral gedruckt und Jürgen Schmidt wird Ökomanager des Jahres, ausgezeichnet vom Magazin Capital und dem WWF. 2009 erreicht memo im IÖW-/future-Ranking der Nachhaltigkeitsberichte von KMU den ersten Platz, 2011 erhält Jürgen Schmidt den Deutschen Umweltpreis der DBU, die Kataloge tragen das Umweltlabel Blauer Engel. Im KMU-Ranking der Nachhaltigkeitsberichte 2012 kommt der Bericht von memo auf den zweiten Platz.

Und mit dem Start ins Jubiläumsjahr der memo AG erscheinen neue Kataloge: ein Gewerbekunden-Gesamtkatalog sowie der Werbeartikel Katalog.

Grund genug zu fragen, warum das mehrfach für seine ökologischen Konzepte ausgezeichnete Unternehmen in Zeiten von e-Commerce und Onlineshopping noch gedruckte Kataloge anbietet und viel Zeit, Manpower und Geld investiert, um Gewerbekunden mit diesem "veralteten" Medium zu bedienen. Trotz der Tatsache, dass mittlerweile 65 Prozent der memo-Kunden das Internet für Bestellungen nutzen, sei der Katalog nach wie vor ein wichtiges Informationsmedium und diene als Anstoß für Bestellungen, schreibt die memo-Kommunikationsschefin Claudia Silber: "Viele Kunden informieren sich über Printwerbung und nutzen dann das Internet für ihre Bestellung."

Um die negativen Umweltauswirkungen der Katalogproduktion so gering wie möglich zu halten, überprüft das Unternehmen regelmäßig die Auflage, die in diesem Jahr bei jeweils 50.000 Katalogen liegt. Gedruckt wird wie immer auf 100-Prozent-Recyclingpapier mit Blauem Engel. Die Kataloge selbst tragen seit 2011 den Blauen Engel - die aktuellen Kataloge sind sogar zwei der ersten Kataloge, die im Rollenoffset-Druckverfahren mit Ökostrom produziert wurden und daher mit dem neuen Blauen Engel für Druckerzeugnisse (RAL-UZ 195) ausgezeichnet sind. Auch der memo-Nachhaltigkeitsbericht ist der erste bundesweit mit Blauem Engel.

Reduziert wurde auch: Statt 600 Seiten kommt der Gewerbekundenkatalog nur noch auf 500 Seiten und 8.600 Artikel, das Gesamtsortiment für Gewerbekunden von über 16.000 Artikeln ist nur online verfügbar. Sicher ein Beispiel, das im Handel Schule machen sollte: Mit immer schmaleren gedruckten Katalogen wird inspiriert und der Kunde in den besser ausgestatteten Online-Shop geleitet, siehe auch die Beispiele Otto und Ikea.

memo hat sich selbstverständlich nicht nur bei seinen Katalogen ökologisch ständig verbessert: Seit 1991 hat sich viel getan, so kann bei memo jeder fest angestellte Mitarbeiter seit 1999 über ein Beteiligungsmodell Anteile am Unternehmen halten. 2007 wurde die memo AG nicht nur in den Katalogen sondern insgesamt klimaneutral. Und seit 2009 ist es besonders ressourcenschonend: Kunden können sich ihre bestellte Ware in einem Mehrweg-Versandsystem, der "memo Box", schicken zu lassen und sparen damit große Mengen Kartonagenabfall und Entsorgungsaufwand ein. Aufgrund ihrer nachhaltigen Leistungen ist die memo AG bereits mehrfach ausgezeichnet worden, beispielsweise mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2009 und im letzten Jahr mit dem "Nachhaltigkeitspreis Mainfranken 2015".

[Update vom 8.2.16: Gegenüber der ersten Version vom 1.2.16 wurden folgende Informationen richtig gestellt:

Die memo AG ist future Mitglied und nicht Jürgen Schmidt, der selbst nicht mehr im Unternehmen ist. Das Papier des Kataloges ist aus Recyclingpapier nicht aus FSC Holz.]