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15.07.2016 12:29 Alter: 285 days
Kategorie: Verantwortliche Unternehmensführung, 2-2016

Unternehmen sollen mehr Verantwortung für Lieferketten übernehmen

Unternehmen sollen noch umfassender Auskunft darüber geben, wie sie Verantwortung für die sozialen und ökologischen Auswirkungen in ihren Lieferketten übernehmen. Das fordern das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und future, die gemeinsam gerade das Ranking der Nachhaltigkeitsberichte 2015/2016 durchführen.


In ihrem Ranking der Nachhaltigkeitsberichte bewerten IÖW und future derzeit die Berichte der 150 größten deutschen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie Berichte von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Neben gestiegenen Anforderungen an die Berichterstattung zur Lieferkette wird auch stärker geprüft, ob die Unternehmen über für sie wesentliche Themen berichten. Am 23. September 2016 werden die Ergebnisse auf der Konferenz ?CSR-Reporting vor der Berichtspflicht? im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), das das Ranking unterstützt, in Berlin öffentlich bekanntgegeben.

Kriterien für gute Nachhaltigkeitsberichterstattung veröffentlicht 

Anhand eines systematischen Bewertungssystems werden die Nachhaltigkeitsberichte von Großunternehmen und KMU im Ranking geprüft. Die Kriterien für gute Nachhaltigkeitsberichterstattung sind jetzt auf der Seite www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de veröffentlicht. ?Gerade bei großen Unternehmen entstehen relevante soziale und ökologische Auswirkungen nicht nur im eigenen Betrieb sondern insbesondere bei den zahlreichen Zulieferern?, sagte Thomas Korbun, Geschäftsführer des IÖW. ?Wir erwarten von einem verantwortungsvollen Unternehmen, dass es seine Lieferketten genau durchleuchtet und benennt, welche erheblichen Risiken es identifiziert und wie es mit negativen Auswirkungen für Umwelt und Gesellschaft umgeht.?

So wird gefordert, dass Unternehmen ihre wichtigsten Beschaffungsbedarfe darlegen und ihre Hauptlieferanten quantitativ geografisch einordnen. ?Ein Unternehmen soll genau darstellen, wie es sich darum bemüht, Menschenrechts-, Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards in seiner Lieferkette zu gewährleisten?, sagte Udo Westermann, future-Geschäftsführer ?und dies sowohl bei direkten Lieferanten sowie, falls relevant, bei den Vorlieferanten.? Gerd Scholl, Projektleiter des Rankings, ergänzte: ?Die Augen vor den Arbeitsbedingungen und Umweltauswirkungen der Lieferanten zu verschließen, wie es viele Unternehmen lange getan haben und manche noch heute tun, entspricht nicht unseren Vorstellungen von Unternehmensverantwortung.?

Das Ranking der Nachhaltigkeitsberichte von IÖW und future bewertet und prägt seit 1994 die Berichterstattung deutscher Unternehmen über ihre sozialen und ökologischen Herausforderungen und Aktivitäten. Sieger im letzten Ranking in der Kategorie ?Großunternehmen? waren BMW, Siemens und BASF, bei den KMU-Berichten standen Neumarkter Lammsbräu, Memo und die Bremer Straßenbahn AG auf dem Treppchen.