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09.09.2016 13:58 Alter: 288 days
Kategorie: Soziale Verantwortung, 2-2016

Psychische Belastung am Arbeitsplatz nimmt weiter zu

Die pronova BKK belegt in ihrer Studie ?Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016?, dass mehr Beschäftigte unter steigenden Belastungen am Arbeitsplatz leiden und Maßnahmen im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement immer wichtiger werden.


86 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland leiden unter Stressfaktoren am Arbeitsplatz. Als solche werden hauptsächlich benannt: der ständige Termindruck, der 38 Prozent der Befragten zu schaffen macht, ein schlechtes Arbeitsklima, mit dem sich 37 Prozent konfrontiert sehen und der emotionale Stress, der für 36 Prozent durch die Arbeit hervorgerufen wird. Anfällig für solche psychischen Belastungen am Arbeitsplatz sind vor allem jüngere Angestellte im Alter von 18 bis 39 Jahren. 91 Prozent dieser Altersgruppe sehen eine enorme emotionale Belastung durch ihre berufliche Tätigkeit.

Kein Vorbild: der Chef
Viele deutsche Arbeitnehmer sehen in der Arbeitsweise ihres Vorgesetzten einen wichtigen Faktor, was die Entstehung von Stresssituationen am Arbeitsplatz angeht. Ständige Erreichbarkeit, etliche Überstunden und Arbeiten am Wochenende sind oftmals Eigenschaften des Chefs, die die Angestellten meist als Leitfaden sehen. So sehen 78 Prozent der Befragten ihren Chef nicht als Vorbild im Hinblick auf bezüglich gesundheitsorientiertes Arbeiten. Hinzu kommt, dass immer weniger Arbeitnehmer, nur vier von zehn Angestellten, sich Zeit für eine erholsame Pause gönnen. So verlässt fast jeder Dritte kein einziges Mal am Tag seinen gewohnten Arbeitsplatz für eine längere Pause.

Auswirkungen der Psyche auf den Körper
Psychische Belastungen am Arbeitsplatz haben nicht nur emotionale Folgen, sondern beeinflussen auch das körperliche Wohlbefinden. 67 Prozent der Umfrageteilnehmer klagen über Verspannungen im Körper, unter anderem im Nacken, die durch den ständigen Umgang mit dem Computer hervorgerufen werden. Aber auch Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Unruhe und Nervosität werden häufig als Beschwerden genannt, die in der Summe zu Krankheiten wie Burnout oder Depressionen führen.

Frauen häufiger betroffen
Gerade Frauen sind öfters von arbeitsbedingten Krankheiten geplagt. Die am häufigsten auftretenden Beschwerden sind Nackenprobleme, die 80 Prozent der weiblichen Befragten beschäftigen. Außerdem werden Kopf- und Rückenschmerzen, Schlafstörungen und Erschöpfungserscheinungen beklagt. Oft verursacht auch der Versuch, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen erheblichen Stress.

Die Ergebnisse der Studie, für die 1660 Bürger befragt wurden, veranlasst die pronova BKK darauf hinzuweisen, dass betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) immer mehr an Bedeutung gewinnt, da die Mitarbeiter das wertvollste Kapital sind, das ein Unternehmen besitzt.