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11.12.2016 16:40 Alter: 313 days
Kategorie: Soziale Verantwortung

Wirtschaft 4.0: Beschäftigungsgewinne und -verluste gleichen sich weitgehend aus

Die Digitalisierung wird Arbeitsplätze kosten, sie wird aber etwa gleich viele neu schaffen, sagt eine neue Studie.


Diese haben das Institut Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), das Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) vor kurzem veröffentlicht. Die Wirtschaft 4.0 bringe für den Arbeitsmarkt erhebliche Umwälzungen mit sich: Bis zum Jahr 2025 wird es Beschäftigungsverluste in Höhe von rund 1,5 Millionen Jobs geben, denen Beschäftigungsgewinne in nahezu der gleichen Höhe gegenüberstehen.

In einer weiteren IAB-Studie analysieren Karen Grass und Enzo Weber die Debatte zu Digitalisierung und Arbeitsmarkt in Europa. Zwischen den Ländern zeigen sich Gemeinsamkeiten, aber auch deutliche Unterschiede beim Stand der Digitalisierung, in der politischen Diskussion und bei konkreten Maßnahmen.

Die Experten haben im Rahmen von aufeinander aufbauenden Szenarien-Rechnungen unterschiedliche Arbeitswelten miteinander verglichen und neben der Industrie auch eine Digitalisierung aller Dienstleistungsbranchen betrachtet. Danach wird eine im Jahr 2025 vollständig digitalisierte Arbeitswelt (Teil-Szenario 5) mit einer Welt verglichen, in der sich der technische Fortschritt bis zum Jahr 2025 am bisherigen Entwicklungspfad orientieren wird (QuBe-Basisprojektion). Bei diesem Vergleich zeigt sich, dass die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Gesamtniveau der Arbeitsnachfrage mit minus 30 000 Arbeitsplätzen relativ gering ausfallen werden. Allerdings werden  sich diese beiden Arbeitswelten hinsichtlich ihrer Branchen-, Berufs- und Anforderungsstruktur deutlich unterscheiden. Die Digitalisierung werde nicht nur eine "neue" Arbeitswelt schaffen. Auf dem Weg dorthin führt sie auch zu einer Beschleunigung des Strukturwandels. So werde die Beschäftigung im Produzierenden Gewerbe trotz hoher Wertschöpfungsanteile am Bruttoinlandsprodukt weiterhin an Bedeutung verlieren, während vor allem die Branchen "Information und Kommunikation" und "Erziehung und Unterricht" vom Übergang in eine Wirtschaft  4.0 profitieren werden. Außerdem sehen die Arbeitsmarktforscher auch innerhalb jeder Branche großen Einfluss der Digitalisierung auf die Berufsstruktur, zum Beispiel durch den Abbau von Routinetätigkeiten. Dabei könne die Digitalisierung ein Weg sein, drohende Ungleichgewichte zu beheben. So werden in den produzierenden Berufen (einschließlich der "Technischen Berufe"), wo sich im QuBe-Basisszenario aufgrund des  demografischen Wandels Engpässe ergeben, weniger Arbeitskräfte eingesetzt. In den Dienstleistungsberufen sehen die Experten dagegen mehr Arbeitskräfte  benötigt. Neue Anforderungen werden sich schließlich am Arbeitsplatz selbst ergeben. Davon seien zahlenmäßig weniger die Helfertätigkeiten betroffen. Hauptsächlich werden im Vergleich zum Basisszenario weniger Fachkrafttätigkeiten und mehr hochkomplexe Tätigkeiten nachgefragt.