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< Wirtschaft 4.0: Beschäftigungsgewinne und -verluste gleichen sich weitgehend aus
11.12.2016 17:50 Alter: 343 days
Kategorie: Soziale Verantwortung

Wettbewerbsfaktor Vielfalt erst wenig genutzt

Zwei von drei Unternehmen in Deutschland sind auf die Veränderung durch eine vielfältige Arbeitswelt nicht vorbereitet. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Charta der Vielfalt.


Die Umfrage wurde bei 349 Organisationen, welche die Selbstverpflichtung "Charta der Vielfalt" unterzeichnet haben, und Personalverantwortlichen von 250 zufällig ausgewählten Unternehmen durchgeführt. Die in Zusammenarbeit mit der Ernst & Young GmbH erarbeitet Studie weist aus, dass eine große Mehrheit von 65 Prozent der Befragten sich bewusst ist, dass die Einbindung unterschiedlicher Lebensmodelle, kultureller Perspektiven und Erfahrungen dem eigenen Unternehmen Vorteile bringt. Drei Viertel der Unternehmen bekunden, dass eine vielfältig zusammengesetzte Belegschaft die Offenheit und Lernfähigkeit, und damit auch die Zukunftsfähigkeit sicherstelle. Aber zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland haben noch keine Maßnahmen im Diversity Management umgesetzt und auch für die Zukunft planen nur 19 Prozent konkrete Maßnahmen dafür.

Ana-Cristina Grohnert, Vorstandsvorsitzende des Vereins Charta der Vielfalt und Personalchefin bei EY sieht in diesen Zahlen ein Alarmsignal für viele Unternehmen in Deutschland: "Der Wettbewerbsfaktor Vielfalt wird unterschätzt. Wer nicht in der Lage ist, eine vielfältige Belegschaft aufzubauen, der wird den Kontakt zu gesellschaftlichen und technologischen Trends und somit Kundenbedürfnissen an den Märkten verlieren".

Die Studie zeige, dass bei dem Drittel der Unternehmen und Institutionen, die aktives Diversity Management betreiben, vor allem Maßnahmen der Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort, sowie Maßnahmen der Personalgewinnung und Personalentwicklung im Vordergrund stehen. Für die Studienmacher ein Indiz dafür, dass die Organisationen vor allem aus kurzfristiger Perspektive auf Personalmangel reagieren. Demgegenüber betont Aletta Gräfin von Hardenberg, Geschäftsführerin des Charta der Vielfalt e.V.: "Nur ein ganzheitlich ausgeübtes Diversity Management unter Einbeziehung aller Akteure und Akteurinnen sowie Dimensionen führt zum Erfolg." Es stehe in Deutschland immer noch am Anfang, werde aber für die Zukunft des Standorts massiv an Bedeutung gewinnen.